
Kronen Zeitung
ANGREIFER EGGESTEIN
Schach und Romane geben Austrias Torjäger Kraft
Johannes Eggestein war im Herbst Austrias gefährlichster Offensivmann. Der Deutsche ist mannschaftsdienlich – und auch privat richtig vielseitig. Im Trainigscamp in Side stand der 27-Jährige der „Krone“ Rede und Antwort.
Körperlich habe ich mich schon vor der Winterpause stets gesteigert. Ich bin sehr gut im Saft, habe auch keinen Rückstand mehr“, weiß Johannes Eggestein. Der nach seinem ablösefreien Sommer-Wechsel von St. Pauli zur Austria keinen leichten Start hatte, die Vorbereitung verpasste, sein Debüt just beim 2:3-Aus zum Cup-Auftakt bei Regionalligist Voitsberg absolvierte. Abgehakt. Nach 21 Pflichtspielen ist Eggestein nicht mehr aus der Startelf wegzudenken, liegt intern mit fünf Liga-Toren an der Spitze.
Der Deutsche ist bei den Veilchen (Nisandzic erhielt einen Profivertrag bis 2028) einer von sechs Stürmern im Camp in Side, aber auch der einzige, der mit 1530 Spielminuten regelmäßig zum Zug kam. Die Ausfälle von Sarkaria und Botic schmerzen, Boateng sammelte von den aktuell fitten Angreifern mit 229 Minuten schon die zweitmeisten.
„Das war wichtig, tut allen gut“
Mit Boateng teilt sich Eggestein in der Türkei das Zimmer, zum Jahresabschluss trafen beide beim 3:1 gegen Sturm erstmals gemeinsam. „Das war wichtig, tut allen gut. Die Abläufe werden immer besser, ich muss am Ende nicht immer das Tor machen, sondern liefere gerne auch den Assist, stelle mich in den Dienst des Teams.“ Der 27-Jährige schlug mit Violett zweimal den Grazer Meister, zwang Rapid in die Knie, spielte aber nicht konstant. „Ärgerlich, wir kämpften mit vielen Schwankungen, da müssen wir ansetzen.“
Mit dem Psychologie-Studium an der Sigmund-Freud-Uni ist er auf Schiene, in zwei Jahren will „Jojo“ den Bachelor in der Tasche haben. Auf die Play-Station legt der Bruder von Freiburgs Mittelfeld-Ass Maxi Eggestein in der Freizeit in Side wenig Wert. „Dafür habe ich ein gutes Buch mit, Gesellschaftsromane finde ich spannend. Beim Schach kann ich ebenfalls gut runterfahren, unsere teaminternen Duelle finden aber nur im Amateurbereich statt. Der entscheidende Spielzug gelingt mir nicht immer.“ Der soll spätestens am 6. Februar beim Liga-Restart in Salzburg folgen! PS: Für das Heimderby am 15. Februar sind bereits 13.200 Tickets abgesetzt.
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